Die Fotografie begleitet mich schon recht lange – als On-off-Beziehung. Aber ich bin immer wieder zu ihr zurückgekehrt.
Ich schreibe diese Zeilen 2026, geboren bin ich 1985. Mal fehlte die Motivation, mal das Geld, mal lagen die Prioritäten woanders. Dass ich einmal Menschen fotografieren würde, war mir damals nicht klar – ich habe es sogar abgelehnt.
Die Fotografie wurde vielmehr zu einem Ventil. Mit ihr konnte ich allein sein, ohne mich allein zu fühlen. So habe ich mich viele Stunden in den Welten innerhalb unserer Welt verloren – manche so klein, dass wir sie kaum wahrnehmen. Die Makrofotografie hat mich lange begleitet, und auch heute tauche ich noch in sie ein, wenn auch selten (die Zeit und so …).
Die ersten Aktfotos entstanden irgendwann mit Partnerin und Freunden – und mit mir selbst als Versuchskaninchen. Schon damals fand ich es spannend zu sehen, wie sich Körper, Silhouetten und Stimmungen mit Licht verändern lassen. Dass ich wirklich wusste, was ich da tat, davon konnte keine Rede sein.
Autodidakt
Ein Wort beschreibt mich gut: Autodidakt. Blende, Belichtungszeit und ISO habe ich nur gelernt, weil meine ersten Bilder eher vom Glück gezeichnet waren als von Können. Entstanden sind sie mit meiner ersten Spiegelreflexkamera, einer Canon 350D, die ich bis heute besitze und auch nicht mehr hergebe.
Ein Studium habe ich nie belegt, zumindest nicht an einer Uni. Für mich ist das ganze Leben ein Studium, das niemals endet.
Wie meine Bilder entstehen
Ich sehe und fühle dich, die Natur, den Ort und den Moment – und in aller Regel entstehen daraus die Bilder. Ich bediene die Kamera, während wir uns weiter kennenlernen und Vertrauen fassen. Es passiert einfach. Ein Schema F gibt es nicht.
Meine Bilder entstehen eher aus dem Bauch als aus dem Kopf. Wenn mich jemand fragt, ob ich einen Kurs geben kann, antworte ich deshalb immer: „Kann ich nicht – ich habe keine Ahnung, was ich hier tue.“ Denn was ich beim Fotografieren fühle, lässt sich in keinen Kurs packen. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.
Im Shooting begegne ich dir wertfrei. Die Bilder entstehen für dich, ich begleite dich auf dem Weg dorthin. Manchmal gibt es im Vorfeld konkrete Ideen, das ist aber eher selten – und wenn, dann meist nach mehreren gemeinsamen Shootings.
Hauptsächlich bin ich in der Natur unterwegs. Die Verbindung aus Natur und nackter Haut ist nicht nur ästhetisch. Sie ist vor allem eines: frei. Man tut etwas, das aus der Rolle fällt und den Alltag aufbricht. Gerade Frauen, die zum ersten Mal vor der Kamera standen – und dann gleich für Aktfotografie –, haben mir berichtet, wie schön es war, voll und ganz Frau sein zu können. So, wie sie sind: mutig, traurig, lustig, sinnlich und erotisch. Und dabei zu spüren, dass sie keinerlei Erwartungen erfüllen mussten, sondern sich ganz auf sich selbst einlassen konnten.
Die Seiten wechseln
Ich bin kein Lautsprecher, aber offen – und entsprechend entspannt. Das finde ich wichtig. Gleichzeitig halte ich es nicht für selbstverständlich, dass sich mir Menschen so anvertrauen, und dafür bin ich sehr dankbar.
Ab und an wechsle ich auch die Seiten. Zum ersten Mal kam das mit einer guten Freundin: Ich hatte sie fotografiert, und irgendwann meinte sie, ich müsste eigentlich auch mal vor die Kamera. Sie hatte recht. Ich kann das jedem Fotografen empfehlen. Es muss nicht regelmäßig sein, aber gerade im Aktbereich, wenn man um das Model herumtänzelt und plötzlich sagt „Bleib mal so“, ist es ein großer Gewinn, am eigenen Leib zu spüren, was dieses „so bleiben“ wirklich bedeutet.
Die Aktfotografie hat mich als Mann außerdem gelehrt, immer mehr zu differenzieren. Natürlich waren die ersten Male aufregend – vor allem wegen der Sorge, zu versagen, dem Model nicht gerecht zu werden oder doch abgelenkt zu sein. Heute empfinde ich es als ungemein befreiend, einen nackten Menschen vor mir zu haben – je nach Situation und Brennweite auch recht nah – und nicht mehr nervös zu sein.
Ich würde sogar sagen: Der Welt ginge es ein großes Stück besser, wenn sich Mann und Frau nackt begegnen könnten, ohne zu bewerten oder sofort zu begehren. Auf Augenhöhe, ohne Erwartungen. Du siehst: Das Thema ist komplex. Und genau das macht es so reizvoll.
Und sonst?
Die Aktfotografie ist für mich eine kreative Auszeit, deshalb finden diese Shootings in erster Linie auf TFP-Basis statt. Beruflich fotografiere ich im Businessbereich: Firmenfeiern, politische Veranstaltungen, Firmenporträts und mehr. Daneben bin ich (noch) als Social-Media-Manager tätig und entwickle Software. Moderne Werkzeuge bieten kreativen Köpfen so viele Möglichkeiten – vorausgesetzt, man bringt ein grundsätzliches technisches Verständnis mit.
Ich freue mich auf unser Kennenlernen.
